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14.06.11

Die ZEIT - Nur eine Fiktion von WAHRNEHMUNG?

Frage:
Man hört inzwischen, dass es eigentlich keine Zeit gibt. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen ....

Was in vielen Denk-Konzepten seit langem unstrittig ist, gehört seit einiger "Zeit" (da haben wir bereits das Dilemma mit der "Zeit" im Sprachgebrauch) auch zu den kaum mehr in Frage gestellten Annahmen der Quantenphysik. 
Ähnlich kommen auch zahlreiche spirituellen Konzepte daher; auch sie konstatieren fast übereinstimmend, dass alles JETZT sei, Vergangenheit und Zukunft lediglich Konstruktionen unseres Verstandes.

Das hört sich zunächst blendend an, und in vielen spirituellen Seminaren gehört es zum (unbefragten) Standard-Wissen.

Aber bereits die banale Frage, wie das denn "funktionieren" könnte, bringt die Teilnehmer recht schnell dramatisch durcheinander, denn es ist offensichtlich eine "Denk-Figur", die das Fassungsvermögen unseres Verstandes erheblich zu überfordern scheint.

An dieser wichtigen "Denk-Gabelung" kann es aber eigentlich kein "Ausweichen" mehr geben, die Frage muss eindeutig mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden, denn wie die Antwort ausfällt, danach sind keine der folgenden Antworten mehr vergleichbar ...- und so etwas wie einen Kompromiss zu "pflegen" ist absolut unmöglich, denn ein  "bißchen" Zeit oder "Nicht-Zeit", das ist unmöglich!

Nehmen wir einen recht einfachen Vorgang aus dem, was wir üblicherweise unseren Lebensalltag nennen, vielleicht so etwas "einfaches", wie die Geburt eines Kindes.

Die gängige Meinung, allseits bekannt, ist die, dass ein Kind "gezeugt" wird und nach dem Durchlaufen eines embyonalen Entwicklungszeitraumes geboren wird. Wie durch ein "Wunder" scheint ein neuer Mensch zu entstehen ... So etwa - leicht verkürzt - bewertet der ganz überweigende Teil unserer Gesellschaft diesen Ablauf.

Konfrontiert man diese Situation jedoch mit der Annahme, dass es eigentlich keine Zeit gibt, kommt man in erhebliche Erklärungsnöte, denn für jeden nachvollziehbar, ist von der Zeugung bis zur Geburt schon einige Zeit vergangen - eine Zeit, die es doch eigentlich nicht geben dürfte. ...

Für unseren Verstand ist das eine schier unüberbrückbare Situation, denn er ist seit jeher darauf trainiert, mit Zeit umzugehen, die Denk-Kategorien von Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft sind bei uns fest verankert.  

Unterstellt, Zeit (und Raum) seien nicht geegeben, taucht die Frage auf, wie das mit der Geburt dann zu erklären wäre.

Nehmen wir einen einfachen Vergleich, den jeder fast jede Nacht erlebt, unsere Träume. Im Traum selbst ist uns selten bewusst, dass wir träumen. Das wird uns erst klar, wenn wir aus dem Traum erwacht sind. Unter der Voraussetzung, wir hätten irgendwann einmal unendliche viele "Traumgeschichten" entwickelt und diesen enormen Vorrat abgespeichert, von dem wir Nacht für Nacht Inhalte abrufen können.

Man wird einwenden, dass es ja wohl einen Unterschied gäbe zwischen einem Traum und dem, was wir hier erleben, wie in diesem Falle einer Geburt, eben das schreiende, strampelnde, nette, suße Wesen, das man doch "verdammt real" anfassen und dem man doch "real"  kommunizieren kann - gestern, heute, morgen ...

Dazu einige kurze Hinweise:
  • Unter einem Elektronenmikroskop betrachtet, sieht das Kind alles andere als ein fester Körper aus ...
  • Tag für Tag sterben Millionen von Zellen des Kindeskörpers und entstehen mindestens so viele neu ...
  • Im Traum erscheint alles uns doch irgendwie sehr wirklich, wir erkennen im Traum nicht, dass wir das nur träumen ...
Wir wollen das hier nicht weiter thematisieren, denn es geht weniger darum "Antworten" zu geben, als vielmehr entsprechende Fragen zu stellen, scheinbar so verfestigte Denk-Strukturen (gedanklich zumindest)  "in Frage" zu stellen, also das DENKEN für neue Möglichkeiten zu öffnen ...

Was ergeben sich schon bei einem Lebensausschnitt wie "Geburt" für Konsequenzen, wenn man gedabklich damit "spielt" und fragt:
  • Und was wäre wenn ....  
Was deuten sich da für völlig neue Perspektiven an, z.B. für die Politik ....

Und wenn wir uns über die Geburt "wundern", was bitte wäre dann der "Tod", wenn es keine Zeit gäbe?